Freunde auf Sardinien – Delphina Hotels & Resorts

Sardinien

Unbeugsam wie die Felsen am Capo Testa sei er, der Sarde, steht da in der Ankündigung eines Kurzfilms über Sardinien geschrieben. Was natürlich toll klingt, man aber so einfach nicht stehen lassen kann. Schaut man sich nämlich diese abweisenden Steinformationen an, könnte man leicht die abweisende Schroffheit auch auf die Menschen dort projizieren, was mich an das Sprichwort „nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich“ erinnert. Weil nämlich die Menschen hier, im Gegensatz zum harten Granit zwar vielleicht auch rauh, dafür aber umso herzlicher sind.

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Überhaupt bietet ja Sardinien, besonders hier oben im Norden, jede Menge Möglichkeit für irreführende Assoziationen. Weil: gleich um´s Eck wartet mit der Costa Smeralda eine Projektionsfläche für Klischees von Jet Set und Haute Vollée, Luxus und Lotterleben. Klar, nicht umsonst hat sich der Aga Khan seinerzeit von seinem Freund, dem Direktor der Weltbank, überreden lassen, genau hier unverschämt günstig Land zu erstehen. Dr. Miller war 1961 eigentlich nur hier, um Nachschau zu halten, ob die von seiner Bank finanzierten Maßnahmen gegen die in Gallurien grassierende Malaria denn auch Erfolge zeitigten. Damals konnte man das ungestraft mit der eigenen Segelyacht tun, dabei stach ihm natürlich das Smaragdgrün- bzw. -blaue Wasser in den malerischen Buchten ins Auge. Und dass sich dafür anscheinend niemand interessierte, jedenfalls nicht die Sarden, die aßen ja nicht mal Fisch.

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Was ein richtiger Bankier ist kann sich sowas natürlich nicht angehen lassen, schnell ein paar freundschaftlich verbundene Geschäftsfreunde verständigt, kein Jahr später war das Consorzio Costa Smeralda gegründet, sofort danach machte sich ein renommiertes Architektenteam an die Arbeit. Der Masterplan für Porto Cervo gilt bis dato als Beispiel für ein gelungenes touristisches Entwicklungsprojekt. Zwischendurch hat man es vielleicht ein wenig übertrieben mit der Entwicklungshilfe, das Lokalparlament hat ein wenig gebremst, mittlerweile hat man sich wieder aufs Schonen der Landschaft und der Nerven verlegt.

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Allerdings sind zwischendurch die Preise ein bisserl ins Rutschen gekommen, eine gute Gelegenheit für Einheimische Unternehmer, sich den ihnen von Natur aus zustehenden Teil des Kuchens zu sichern. Da haben sie doch was mit den Felsen gemein, sie können warten. Außerdem haben sie im Laufe der Jahrtausende gelernt, auch vordergründig unfruchtbaren Boden für sich zu nutzen. Für die Nahrungsmittelproduktion natürlich eher im Landesinneren, aber an der Küste kann man ja ruhig das eine oder andere Hotel zwischen die mächtigen Granitformationen stellen. Francesco Muntoni hatte als Bauunternehmer darin schon Übung, als er 1992 am Capo d´Orso sein erstes eigenes Haus eröffnete.

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Es liegt nur eine Bucht von Porto Cervo und der Cala di Volpe, und damit dem vordergründigen Luxus der Costa Smeralda entfernt, dafür kann es mit unmittelbarer Nähe zum Archipel von Santa Maddalena punkten, ist also ein idealer Fluchtpunkt für jene, welche womöglich wirklich dauernd im Scheinwerferlicht stehen und einfach mal in Ruhe ihren Urlaub genießen wollen.

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Ihnen kommt zugute, dass das Personal im Hotel Capo d´Orso sich nicht mit dem Studium von Klatschmagazinen aufhält, „erst als ich den Namen eines Gastes gegoogelt habe, um etwas über seine Vorlieben zu erfahren, habe ich erfahren, dass er eine der größten Banken kontrolliert“ plaudert der Direttore aus der Schule. Besser als andere Gäste auf Sardinien behandelt hat er ihn deswegen natürlich auch nicht, konnte aber anhand dessen Nationalität ein paar grundsätzliche Details besser steuern, „Amerikaner und Deutsche brauchen unterschiedliche Betreuung“ lässt er Genaueres unausgesprochen.

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Wie man sich in den Delphina Hotels der Familie Muntoni überhaupt sehr diskret gibt, keine Namen, „nur zu sagen, dass George Clooney unser Gast war, hat dieser uns ausdrücklich gestattet“, der dürfte seinen Status recht locker nehmen, recht hat er. Außerdem kann man sich im Capo d´Orso  oder dem weitläufigen Valle d´Erica problemlos herumtreiben, ohne dauernd angegafft zu werden, Platz gibt es reichlich, sogar die eine oder andere abgeschiedene kleine Bucht findet man noch am Hotelgelände. Und essen kann er auch jeden Tag woanders, vom typisch sardischen Restaurant über Pizzeria und Trattoria bis zur Beach Bar, wo´s auch immer einen netten kleinen Snack gibt.

Meist wird man sich dort aber eher ein kleines Erfrischungsgetränk gönnen, entweder die speziell für die Delphina Hotels produzierten Weine der preisgekrönten Siddura Kellerei, oder eine der originellen Kreationen von Paulo Sardo. Der Barmann gehört von Anfang an zur Crew, nein, eigentlich zur Familie, wie überhaupt das gesamte Service ausgesprochen familiär geprägt ist, der Slogan „un Amico in Sardinia“ ist kein leeres Versprechen, auf Sardinien fühlt sich wahrlich unter Freunden. Keine Ahnung, wie sich´s in Porto Cervo auf der Yacht anfühlt, aber wenn sogar der Clooney hierher kommt, statt bei irgendeinem seiner reichen Verehrer Unterschlupf zu suchen, sollte das für unsereinen eigentlich auch reichen!

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