Fiat 500X Cross Firefly Turbo 120 – Drei Seiterln in Ehren

Fiat 500X 120 PS Turbo

Autokauf ist ein Spiel mit duzenden Variablen, vom Anschaffungswert über die Betriebskosten, einer Werkstätte in der Nähe bis zur Größe. Und dann spielen deine Mädls noch eine gravierende Rolle, die lautstark Cinquecento rufen, denn sie sind angefixt vom süßen himmelblauen Fiat 500, der vor der Türe steht. So liegt es nur nahe, dass auch Familienausflüge mit einem Cinquecento präferiert werden, nur eben größer, stärker und vielleicht ein bisschen erwachsener, so dass auch das dritte Beautycase noch seinen Weg ins Skiresort findet.

Fiat 500X Cross Firefly Turbo 120

Mein Weg führt mich zum Fiat Händler meines Vertrauens, Denzel Erdberg, dort wo alles unter einem Dach ist, dort wo Fiat zu Hause ist. Bei einem Espresso diskutieren wir meine Optionen, mit einen Fiat 500X Cross Firefly Turbo 120 werde ich wieder auf meinen Weg geschickt, um meine Akzeptanz und vorallem die meines 3-Mäderlhauses zu erforschen.

Fiat 500X 120 PS Turbo

Ich gebe zu, mit einer Gewissen Skepsis in den jagdgrünen SUV zu steigen. 1 Liter Hubraum aus 3 Zylindern klingen einmal bescheiden, relativieren sich aber schon auf den ersten Metern. Das brandneue FireFly Triebwerk macht seine Sache hervorragend, 190Nm bei 1.750U/min bieten ordentlichen Saft, der sich dann in respektablen 10,9 Sekunden von 0 auf 100 Km/h und einer Spitze von 188km/h niederschlägt. Verwaltet wird der kleine Euro 6Temp Turbo von einem leichtgängigen manuellen 6-Gang Getriebe, welches den Cinquecento elastisch von der Ampel schnalzen lässt.

Fiat 500X 120 PS Turbo

Wer es sportlicher will, dem sei der 1.3 Liter Turbo mit 6-Gang Doppelkupplungsgetriebe ans Herz gelegt, den wir als Vergleich demnächst im Jeep Renegade fahren werden.  Jedes Heferl hat also 333ccm und wird je nach Verwendungszweck addiert oder subtrahiert. So bringt der 4-Zylinder dann schon 150PS und knackige 270Nm bei 1.850 U/min, alles sauber, alles nach den neuesten Normen, inklusive eines Ottopartikelfilters für minimale Emissionen.

Fiat 500X 120 PS Turbo

Wir ziehen wieder ein Seiterl ab und staunen, wie erwachsen sich der Motor anfühlt. Zu bewegen sind lediglich 1.320 kg, verteilt auf knapp 4 Meter 30 Länge und 2025mm Breite. Irgendwie der Goldene Schnitt der Mobilität, klein genug für die Stadt, groß genug für die weite Reise. Denn auch auf der Autobahn fühlt sich der Fiat 500X wohl. Leise schnurren die 3 Töpfe, ein maßgebliches Überschreiten des Autobahntempolimits ist jederzeit und mit ohne Anstrengung möglich. Unsere Cross Variante rollt auf attraktiven 17 Zöllern, die optionalen 18 Zöller verbessern die Optik noch einmal um ein Eitzerl, vermindern aber den Komfort im selben Maße, denn der Cinquecento X ist keine Sänfte, sportlicher abgestimmt als erwartet und quirliger als vermutet.

Homeland

So lenkt der Fiat 500X auf der Landstraße willig ins Kurvengeschlängel, ohne zu wanken oder zu untersteuern, eine schnell gefahrene Autobahnauffahrt macht Spaß und vertieft das Vertrauen in die Fahrwerksqualität des Italieners. Einzig die konzeptbedingte hohe Sitzposition verrät, in einem SUV zu sitzen, wobei die Bezeichnung SUV mit ihrem Hang zum Gelände vielleicht ein wenig übertrieben ist. Einzig der neue 2 Liter Multijet Diesel mit 150PS ist mit Allrad zu ordern, ein Minderheitenprogramm für Ötztaler und Arlberger, im östlichen Flachland wohl nur die Kür nach der Pflicht.

Fiat 500X 120 PS Turbo

Zu Hause fühlt sich der Cinquecento in der Stadt, wo sein direktes und fast quirliges Fahrverhalten den Wagen gefühlt schrumpfen lässt und seinem kleineren Bruder nur wenig nachsteht. Irgendwie sind die Dimensionen für mich perfekt gewählt, ein Universaltool für die urbane Familie, wie auch für italophile Empty-Nester, denen die hohe Sitzpoition den Weg zum Chiropraktiker erspart.

Schöner Wohnen

Dass der Italiener Stil und Geschmack hat, äußert sich nicht nur bei Kleidung und Schuhen, sondern auch in den Individualisierungsmöglichkeiten des Fiat 500X Cross. Die Interior-Panele des Amaturenbretts widerspiegelt den gewählten Lack, der auch matt gehalten werden kann. Leder macht den Cinquecento zur Wohlfühlhöhle, das TFT-Display steuert eine hervorragende Multimediaeinheit, die keine Konkurrenz zu fürchten hat. Wer will, gestaltet sich sein persönliches Schmuckstück, ein mobiles Accessoire von männlich-agressiv (S-Version) bis zum letzten Schrei der Saison.

Fazit

Nicht umsonst ist der Fiat 500XCross einer der Bestseller auf dem europäischen Markt. Die sympathische Optik lässt keinen nachbarschaftlichen Neid aufkommen und macht den Cinquecento zu einem sozial-assimilierten SUV mit allen Vorteilen dieses automobilen Formats. Der 1 Liter Dreizylinder erledigt seine Aufgabe quirlig und unangestrengt und lässt kaum den Wunsch nach mehr Leistung aufkommen. Ideologische Vorgehalte, einen Drezylinder zu fahren, sind also fehl am Platz, wenngleich die konsumentenfreudliche Preisgestaltung den Griff zur Automatik im 1.3 Liter sehr verlockend und den Fiat 500X  mit 150 PS vielleicht zum perfekten all-in-one Tool macht.

Fiat 500X 120 PS Turbo

Solche Finessen sind aber nur Nebenschauplätze der Familiendiskussion, in der Stil, Charme und Finesse zu einem überragenden Sieg des Cinquecento im Praxistest führen. Weitere Debatten sind damit überflüssig: Es muss ein Fiat 500X Cross sein!

Danke für die freundliche Kooperation mit Megadenzel Erdberg.

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