Alfa Romeo Q4 – Wintertour 2019

Alfa Romeo Stelvio

Alfa Romeo geht konsequent seinen Weg. Die Rückkehr zum Standardantrieb war ein erster und wichtiger Schritt, der Alfa Romeo Q4 Allradantrieb die logische Weiterentwicklung. Um die feine Balance und das geschmeidige Walten der Kräfte zu erleben, lud Alfa Romeo Österreich Alfisti und Aficinados in den Brandlhof im Pinzgau.

Alfa Romeo Giulia Veloce 2.2 Diesel 210 PS ATX AWD

Wer von Alfa Romeo eingeladen wird, hat kaum eine andere Wahl, als mit einem Alfa Romeo anzureisen. So will es der Stil, so will es die Italianità. Ich wähle einen meiner liebsten Reisewagen, die wiederauferstandene Giulia, ausgerüstet mit allem, was meine Reise gegen Westen angenehm und vor allem schnell macht!

Ein kraftvoller Turbodiesel mit 210 PS und 470 Nm Drehmoment, feinfühlig verwaltet über die 8-Stufen Automatik, treibt mich über die Westautobahn. Der Q4 Allradantrieb verteilt nur bei Bedarf bis zu 50% des Drehmoments an die Vorderachse, nämlich genau dann, wenn es notwendig, glatt oder ungestüm wird. Leder umschmeichelt mich auf den hervorragenden Sportsitzen, das Navi leitet mich auf bekannten Pfaden und Adriano Celentano besingt die Geschichte des Burschen aus der Via Gluck. Aber das beste an der Geschichte: 5 Liter reichen zum gepflegten Gleiten, notorische Schleicher werden von adaptiven Bi-Xenon Beamern auf den rechten Weg gewiesen. Dynamische Effizienz und ein Ausrufungszeichen für Sparfüchse!

Hinter Bad Reichenhall kann das Fahrwerk seine Karten ausspielen, leichtfüßig wedelt die Giulia durch das kleine Deutsche Eck, keine Kräfte beeinflussen die gelenkten Vorderräder, die gierig ihren rechten Weg durch die Kurven suchen und sich in den Radius saugen. Perfekt die Balance des Wagens, gekonnt das Setup, wie es einer Sportlimosine zusteht. Hinter Lofer werden die Radien weiter, leichtfüßig fährt sich die Giulia, kein Gramm zu viel auf den Rippen, denn der Q4 Antrieb wiegt gesamt nur 50 Kilo.

Racetrack

Der Pinzgauer Bauer ist Meister des Fruchtwechsels. Im Sommer sprießt Getreide und Mais, im Winter wässert der Landwirt seine Wiesen, planiert die Felder und begrenzt sein Werk mit dämpfenden Weichschneewällen, um die Kreisbahn der Speerspitze der Automobilindustrie anzubieten. Gekrönt wird das ländliche Idyll aber von unserer Homebase, dem Brandlhof, der uns Quertreiber labt und wärmt, liebevoll umhegt von dienstbaren Geistern. Ein Ort zum Verweilen, ein Ort, seine Sinne zu schärfen für die Gravitationskräfte, die uns erwarten.

Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio

Denn dieser Winterzauber ist wie gemacht für notorische Bleifüße, Zauberer am Volant und Quertreiber aller Altersklassen. Der ideale Playground für Alfa Romeo, um seine weite Palette an Allradfahrzeugen durch den Schnee driften zu lassen und uns ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Zur Auswahl steht die Giulia und der ebenso sportliche Alfa Romeo Stelvio, beide bis hin zum jeweiligen Topmodell, dem Quadrifoglio, dem Glücksbringer von Alfa Romeo. All diese Pracht ist farblich passend um einen gigantischen Truck von Alfa Romeo drapiert, ein Motorhome, das seinem Namen auch auf den Formel 1 Rennstrecken der Welt alle Ehre machen würde, ein Luxuspalast, in dem ich als nächsten Gast Kimi „Iceman“ Räikkönen zu einem Espresso erwarte.

 Alfa Romeo Giulia Veloce 2.0 Benzin 280PS ATX AWD

Meine erste Probandin ist die 280PS Giulia mit Benziner, sowas wie die kleine Schwester des Quadrifoglio. Wir kennen uns schon vom Red Bull Ring, so dass wir gleich die Eisbahn entern, ein Instruktor des ÖAMTC neben mir. Speedlimit gibt es keines, allein das Eis und der Schnee hemmen den Speed, so wie die andauernd aufeinanderfolgenden Kurven verschiedenster Radien, die unsere Italienerin zum Tänzeln bringen sollen. Wer jetzt an wilde Gasstöße und Frank Bullit auf seiner Hatz durch San Francisco denkt, liegt allerdings falsch.

Alfa Romeo Giulia

Sicherheit ist das Gebot der Stunde und die totale Digitalisierung hat auch vor Alfa Romeo nicht Halt gemacht. Den Rahmen des Möglichen gibt der Computer vor, der zwar im Dynamic Mode erhebliche Driftwinkel zulässt, einen Abflug in den Tiefschnee aber zuverlässig unterbindet. Kraft hat die Giulia im Überfluss, es obliegt aber dem Fahren, den feinen Grat zu finden, der zwischen einem sauberen flüssigen Drift und gnadenlosem Schieben in die Schneemauer entscheidet.

Die Giulia ist von Handling her eindeutig den sportlichen Fahrzeugen zuzuordnen. Die perfekte Balance und der niedrigere Schwerpunkt, gepaart mit dem Punch des Motors und dem formidablen Allrad macht sie zur Präzisionswaffe, die auf Eis und Schnee schnelle Reaktionen und sehr viel Gefühl verlangt, wie es einer Italienerin eben auch zusteht. Trotzdem ist die Giulia eingebettet in ein Sicherheitsnetz von Bits und Bytes, neuronalen Strängen und auf der anderen Seite klassischem Fahrwerksbau, gekrönt von Q4 Allradantrieb, der reaktionsschnell Unpässlichkeiten an der Hinterhand durch mächtigen Vortrieb an der Front zu kompensieren vermag.

Alfa Romeo Stelvio 2.2 Diesel 210PS ATX AWD

Neuer Wagen, neues Glück. Steigt man aus der Giulia direkt in den Stelivo, merkt man erst, um wieviel höher man sitzt und wie sich die Sitzposition unterscheidet. Im direkten Vergleich gefühlt ein größerer Wagen, auch wenn sich die Basis und Maße nicht gravierend unterscheiden. Dazu noch der bullige Diesel, ebenfalls an die hervorragende 8-Stufen Automatik gekoppelt. Ein leichtes Spiel für die Giulia, denke ich mir, liege aber in meiner Annahme so falsch, wie man nur falsch liegen kann.

Auch wenn das Gefühl im Stelvio durch den höheren Aufbau ein wenig mehr Trägheit zu vermitteln scheint, wirkt sich dies beim Fahren nicht aus. Ich komme auf Eis und Schnee leichter mit dem Stelvio zu Rande als mit der Giulia, ein Zusammenspiel der anderen Reifen, des Drehmomentbullen unter der Haube und der veränderten Giermomente der Karosserie.

Alfa Romeo Stelvio

 

Der Stelvio fräst sich vollkommen unbeeindruckt über den Racetrack, macht es mir etwas einfacher, saubere Drifts zu fahren und scheint sich um die winterlichen Gegebenheiten überhaupt nicht zu scheren. Das Gesamtkonzept des Wagens ist „bombproof“, ein Meisterwerk an klassischer Technik und digitaler Kunst, die den Alfa Romeo Stelvio zu einem Gran Turismo machen, der nur noch auf Grund seiner herrschaftlichen Sitzhöhe an einen SUV erinnert, in seiner Leichtigkeit und perfekten Balance aber sehr viel näher an einer Sportlimosine liegt, als es vielleicht den Anschein haben mag. Insgesamt gefällt mir wider Erwarten auf dem Rennkurs der Stelvio etwas besser, benötigt weniger Korrekturen, absorbiert Fahrfehler auch harmonischer, wo die Giulia sofort bestraft. Instant Karma für Sportler.

Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio

510 PS aus dem 2.9 Liter Biturbo verlangen nach kundiger Hand, vor allem dann, wenn im Race-Mode das ESB vollkommen weggeklickt wird. Rohe Kräfte walten, am Volant ein italienischer Rallychamp mit WM-Erfahrung. Was wirkliches Können ist, erfahre ich am Beifahrersitz. Eine Lektion, wie das Fahrzeug am Limit bewegt werden kann, vorangetrieben von allen Vieren, kein Sicherheitsnetz, kein Computer, der die Zielflagge senkt. Ein Overkill an Power und Technik, ein Genuss zu erleben, leider finanziell außer meiner Reichweite.

Alfa Romeo Stelvio

Der Quadrifoglio verbeisst sich im Eis, als ob Slicks auf heißem Asphalt kleben würden. Das Beschleunigungspotential ist selbst auf schlüpfrigen Untergrund brachial, trotzdem kommt das Gefühl von Leichtigkeit und Finesse auf, wie sich der Sportwagen (ja, Sportwagen), durch den Kurs wedeln lässt. Jeder Radius sitzt, der Fahren erinnert an das Carven von Skiern, das Modulieren der Graviation, unterbrochen nur von Gasstößen, die das wilde Tier nur zu gern in einen weiteren schnellen Drift umsetzt.

Wahl der Waffen

Ein Fazit der Veranstaltung ist schwieriger zu ziehen, als vorab angenommen. Mein Favorit aus der Palette der Q4 Fahrzeuge war ursprünglich die 280PS Giulia, sehr stark beeinflusst von meinen Erfahrungen auf dem Red Bull Ring. Ich würde sagen, das Florett. Sehr fein zu führen, reaktionsschnell und sportlich-elegant, der Maßanzug unter den Alfa-Wölfen.

Eine ganz starke Partie hat aber der Stelvio gespielt, der mir schon im Sommer im Ennstal überaus positiv aufgefallen ist, damals ebenfalls mit dem 280PS Benziner. Vielleicht mehr der Allrounder mit mehr Platz und fantastischen Wintereigenschaften, ein wahrer Gran Turismo und der Degen der Waffenkammer.

Alfa Romeo Stelvio

Letztlich muss aber jeder selbst entscheiden, welche Präferenzen man hat, welche Bedürfnisse erfüllt werden sollen. Eines bieten aber alle Fahrzeuge der Q4 Range von Alfa Romeo: High-End Performance, basierend auf überragender Hardware mit ultra-leichtem Q4 Allradantrieb, perfekter Balance, leistungsfähigen Treibwerken und grenzenlosem Fahrspaß, der durch modernste Sicherheitssysteme nicht eingeengt wird, sondern letztlich erst möglich wird.

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