Sorelle Ramonda – Die hilfreichen venezianischen Schwestern

Sorelle Ramonda by Homolka mipiace.at

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich hab nichts gegen Shoppen, sogar meine Damen begleite ich gerne zum Schuhkauf. Vor allem auf Reisen. Gerade waren wir wieder in Triest, leider montags, da hat ja nachmittags nichts offen, trotzdem schön. Aber Wöllersdorf?

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Nun gut, ist auch via Südautobahn zu erreichen, ich wäre aber wahrscheinlich, nein, sicher nicht hingekommen, hätte mich nicht ein Freund überredet mitzukommen. Ist also sein Verdienst, das heisst eigentlich auch nicht, seine Frau hat meine mitgeschleppt, er war schon einmal bei den Sorelle Ramonda, hatte ihm gefallen, ich solle doch nicht so versnobt sein und mir´s auch einmal anschauen. Eh, warum nicht, man ist ja schließlich tollerant und offen für Neues.

Nun, was soll ich ihnen sagen? Der erste Eindruck scheint Erwartungen zu bestätigen, das zweckdienliche Gebäude direkt an der Autobahnabfahrt verspricht von außen erst mal nicht viel, hält aber drinnen, wie ich gleich sehen sollte.

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Alles, was mein Freund versprochen hatte. Nämlich, dass es sich bei den Österreich-Filialen des italienischen Traditionsmodehauses um einen, wiewohl unscheinbaren, doch umso massiveren Brückenkopf  unserer südlichen Nachbarn in Sachen Missionierung der tendenziell  modemuffeligen Österreicher handelt.

Keine Spur von Outlettristesse, ist ja auch tatsächlich keine Verschleißstelle für den Chic der letzten Saison, aux contraire, hier regiert der letzte Schrei, nur Stücke der topaktuellen Kollektionen kommen ins Programm. Und zwar fast zur Gänze italienische, von Armani bis Zegna buchstabieren die Ramondas das Alphabet der Topdesigner, man muss sich auch nicht mühsam durch den dichten Stangenwald suchen, jede Brand hat ihre Insel, schließlich waren es die Schwestern, die in Italien das Shop-in-Shop Konzept erstmals verwirklicht haben.

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Das haben ihnen die Produzenten auch nicht vergessen, die Familie Ramonda, mittlerweile stark gewachsen, so dass sie jedes kleinste Detail höchstpersönlich im Auge haben, hält weiterhin freundschaftliche Kontakte zu ihnen und wählt direkt und vorab ihre Stücke aus. Dabei leisten sie sich sogar noch den antiquierten Luxus von Ethik, wenn irgend möglich bevorzugen sie in Italien produzierte Teile, auch wenn bei Fernostimporten die Handelsspanne größer wäre.

Nun, ich bin auch tatsächlich rasch fündig geworden, Jeans die vielleicht ein bisschen zu jugendlich aussehen, ein herrlich buntes Sommerhemd, während ich mich zur Anprobe zurückziehe sucht mir ein zuvorkommender Stylist mit leichtem norditalienischen Akzent noch ein paar passende Accessoires.

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Und bringt natürlich auch gleich schicke Sneakers mit, ich weiß nicht, wie er das so rasch durchschaut hat, bei Schuhen kann ich fast nie nein sagen, schon gar nicht, wenn diese italienisch und etwas peppiger sind als das übliche heimische Angebot. Wie nicht anders zu erwarten, wandern ein paar Stücke mehr zur Kassa, als geplant, die Caprihosen müssen allerdings noch gekürzt werden, wenn möglich rasch.

Auch das ist hier kein Problem, der Schneider umgehend herbei beordert, die Hosenbeine korrekt abgelängt, in einer Stunde könne ich sie sicher schon mitnehmen, vielleicht nehmen Sie einstweilen einen Espresso in unserer Pizzeria, meint die Dame an der Kassa, während sie die Rechnung fertig macht.

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Interessanterweise zieht sie zum Schluss wie selbstverständlich einen Prozentsatz ab, der sich, wenn man als Stammkunde registriert ist, sogar noch einmal verdoppelt. Kosten für die Änderung sind hingegen keine angeführt, mi piace, das gefällt mir schon mal. Also setzen wir eine SMS mit der Info über unseren Aufenthaltsort und der Einladung zum Café an unsere Liebsten ab und machen es uns im Gastgarten der Pizzeria Amelia bequem, benannt nach Nonna Ramonda, welche vor etlichen Jahrzehnten den Schwestern und dem Modehaus das Leben geschenkt hatte.

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Dass sie, wie man mir zugetragen hat, alles andere als ein gute Köchin gewesen wäre, merkt man hier übrigens nicht. Nachdem die Damen um Nachsicht und Geduld gebeten hatten, gönnten wir uns gleich mal einen Spritz, nicht Aperol sondern Bitter, sehr italienisch und sonst nur selten zu bekommen, und, jawohl, eine Pizza.

Die übrigens genauso gustoso war wie die Burrata, eine apulische Käsespezialität, wie Mozzarella, nur feiner, welche Olivia Ramonda regelmässig frisch aus Italien liefern lässt oder das sündhaft gute Tiramisu nach ihrem eigenen Rezept. Wie übrigens den Grossteil der Lebensmittel in der Pizzeria, die Österreich Geschäftsführerin gibt es zwar nicht zu, aber ein bisserl Heimweh dürfte sie schon ab und an verspüren.

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Aber warum soll´s ihr besser gehen, auch wir verspüren doch immer wieder Sehnsucht nach Bella Italia, fein, dass man die ausgerechnet in Wöllersdorf jederzeit stillen kann!

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