Leser testen: Rudolf Weissinger auf Piaggio MP3 500ie

Rudolf Weissinger MP3 500ie for mipiace.at

Herbst – Herbst ist eigentlich die Jahreszeit, die mich runterzieht und traurig stimmt. Der Sommer geht langsam zu Ende. Die Tage werden kürzer und die Natur zieht sich zurück. Das heißt auch, dass es Zeit wird mein Zweirad einzuwintern und die harte Zeit der Öffi-Benutzung wieder beginnt.
Dieses Jahr war der Herbst allerdings noch wunderschön und bot mir die Gelegenheit den MP3 von Piaggio einige Tage zu testen. Der Generalimporteur Faber hat mir freundlicherweise den Piaggio MP3 500ie Sport zur Verfügung gestellt.

Rudolf Weissinger MP3 500ie for mipiace.at

Den MP3 gibt’s nun seit bereits 10 Jahren auf dem österreichischen Markt und seit ich das Fahrzeug erstmalig gesehen habe, hat es mich fasziniert. Das sind der technische Aspekt und die Umsetzung in der Praxis, die mich sehr begeistert haben. Die Optik fand ich bisher eher abschreckend. Mit dem neuen Modell hat sich das auch geändert. Mittlerweile schaut das Teil richtig schnittig aus, besonders die Hinteransicht hat es mir angetan. Der MP3 gilt als mehrspuriges Fahrzeug, d.h. man kann ihn sowohl mit A- als auch B-Schein fahren.

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Doch genug herumgeredet – wie fährt er sich? Der MP3 ist super praktisch und macht richtig Spaß! Ich hatte schon ganz vergessen, was ein Roller so alles zu bieten hat. Und ja, der Piaggio MP3 500ie ist trotz aller technischen Spielereien immer noch ein waschechter Roller mit allen Vor- und Nachteilen. Ich habe den MP3 für meine Fahrten ins Büro, zum Weggehen am Wochenende und für eine kleine Überlandausfahrt genutzt.

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Ich war besonders von der Wendigkeit äußerst positiv überrascht. Auf den ersten Blick wirkt der MP3 recht träge und klobig, trotzdem ist er unglaublich wendig. Das ist besonders in der Stadt ein großer Pluspunkt. Ich konnte mich spielend leicht durch wartende Kolonnen und trägen Verkehr schwindeln. Stau existiert nicht mehr. Die 44PS gaben mir immer das Gefühl ausreichend motorisiert zu sein um auch einen Ampelsprint zu gewinnen.

Besonders in der Stadt hat er mich aufgrund seiner Praktikabilität überzeugt. Der Stauraum ist gewaltig, d.h. ich konnte meine Jacke, Helm verstauen und so ohne Ballast den Samstagabend genießen. Genauso hatte er genug Platz um meinen Einkauf von Freitag zu verstauen. Die Fahrten ins Büro wurden durch den guten Windschutz ein Vergnügen. Ich musste im Gegensatz zum meiner Maschine nicht in voller Montur losfahren, damit ich nicht erfroren vom Bike falle. Ich hatte schon ganz vergessen was ein guter Windschutz ausmacht.

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Kleine Anekdote am Rande: ab einer Geschwindigkeit von 70km/h hatte ich immer das Gefühl Rückenwind zu haben. Das muss wohl mit der Aerodynamik zu tun haben.
Freitagabend bin ich noch zu einer kleinen Spritztour ins Weinviertel aufgebrochen. Wenn das Wetter passt, bin ich dort immer für eine schnelle Afterwork Tour unterwegs. Auch hier hat der MP3 eine gute Figur gemacht. Die Leistung war ausreichend, um auch Fahrspaß aufkommen zu lassen. Etwas getrübt wurde der Spaß durch die brettharte Abstimmung, die besonders kurze Stöße direkt in die Wirbelsäule weiterleitet. Wer also Probleme mit den Bandscheiben hat, sollte Kanaldeckel unbedingt meiden.
Ich habe auch gerne die Reaktionen von Passanten auf den MP3 beobachtet. Besonders cool fand ich ja die Achsarretierung. Die Vorderräder lassen sich mittels Schalter blockieren, damit man nicht umfällt. Das hatte immer ungläubige Blicke zur Folge, wenn ich ohne Füße am Boden an der Ampel gestanden bin.

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Beim Wegfahren musste ich hin und wieder aufpassen, wenn die Räder nicht parallel standen. Mit zunehmender Fahrpraxis hatte ich das „Problem“ schnell im Griff. Die Lösung hieß Gas geben.

Das wohl wichtigste Feature des MP3 ist meiner Meinung nach der Sicherheitsgewinn durch die beiden Vorderräder. Du kannst weder auf Gleisen, Blättern noch auf nasser Fahrbahn ausrutschen und stürzen. Dieses Gefühl der Sicherheit lies mich sehr entspannt werden. Hinzu kommt, dass man aufgrund der Automatik eigentlich nur die rechte Hand zum Fahren braucht. Das war schon sehr kommod.

Mein witzigstes Erlebnis hatte ich auf der Landstraße kurz vor Gerasdorf. Auf der Gegenfahrbahn nähert sich mir ein weiterer Rollerfahrer. Es war ein weiterer MP3 Fahrer. Als er mich ebenfalls als MP3-Fahrer erkannte, hat er mir überschwänglich zugewinkt. Offenbar war er froh einen Gleichgesinnten zu treffen. Ich war von seiner Reaktion so perplex, dass ich ganz vergessen habe zurück zu grüßen. Solltest du also hier mitlesen: Hi und sorry!

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Eine Überlegung, die ich während des Testens schon angestellt habe. Würde ich so viel Geld für einen Roller in die Hand nehmen? Aktuell ist er bei Faber in der getesteten Variante um € 8.999,- zu haben. Das mag viele auf den ersten Blick abschrecken, es gibt aber auch viel Leistung dafür. Wenn man’s hat, ist er definitiv sein Geld wert.

Rudolf Weissinger

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